Wohnungsübergabe leicht gemacht – von der Endreinigung bis zur Mängelliste

Was erwartet Sie am Tag der Wohnungsübergabe? Welche Vorbereitungen sind zu treffen und was gilt es bei der Wohnungsübergabe zu beachten? Wir liefern zahlreiche Tipps für Mieter und Vermieter.

Mit diesen Tipps funktioniert die Wohnungsübergabe für Mieter und Vermieter reibungslos. Mit diesen Tipps funktioniert die Wohnungsübergabe für Mieter und Vermieter reibungslos.

Finden Sie hier die Informationen zur aktuellen Situation - COVID-19: Wohnungsübergabe. 

Als Mieter beschäftigen Sie sich gerade mit Ihrem Umzug, Sie organisieren Zügelkisten und Zügelteam und schmieden vielleicht schon Pläne, wie Sie die neue Wohnung einrichten könnten.

Als Vermieter beschäftigen Sie sich mit dem Auszug der bisherigen Mieterschaft, und mit dem Einzug der neuen. Sie haben eine Kündigungsbestätigung geschrieben und einen neuen Mietvertrag ausgestellt.

Bald kommen beide Parteien für den wichtigsten Baustein beim Aus-, Ein- und Umzug zusammen: die Wohnungsübergabe. Sie bereitet im Voraus häufig einige Kopfschmerzen. Das muss nicht sein. Der Ablauf der Wohnungsübergabe ist sowohl für Mieter als auch Vermieter klar geregelt.

 

Der Ablauf – so funktioniert die Wohnungsübergabe

Wer bestimmt den Termin für die Wohnungsübergabe?

Was versteht man unter Endreinigung der Wohnung?

Was beinhaltet ein Wohnungsabnahmeprotokoll / Wohnungsübergabeprotokoll? 

Die Mängelliste – Schäden und Mängel beim Einzug

Die Wohnung ist übergeben – was passiert nach der Schlüsselübergabe?

 

Der Ablauf – so funktioniert die Wohnungsübergabe

Wie läuft die Wohnungsübergabe denn nun genau ab? Als Erstes stellen wir Ihnen hier den Ablauf vor. Anschliessend wird jeder Punkt noch einmal detailliert erklärt.

Zuerst wird natürlich der Termin für die Abgabe der leeren und gereinigten Wohnung festgelegt – meist fällt er auf den letzten Werktag der Mietdauer. Anschliessend organisiert der Mieter die Endreinigung der Wohnung – meist anhand einer Checkliste, die Ihnen der Vermieter liefert. Hier eine Gedankenstütze von uns: Checkliste für die Wohnungsabnahme

Beim Auszug wird am Tag der Wohnungsübergabe ein Rundgang durch die leere und saubere Wohnung gemacht. Der Vermieter hält auf dem Wohnungsabnahmeprotokoll allfällige Mängel fest. Diese müssen so genau wie möglich dokumentiert werden – am besten mit Fotos. Ist der Mieter einverstanden, wird das Abnahmeprotokoll anschliessend unterschrieben. Danach folgt die Schlüsselübergabe und später auch die Rückzahlung der Mietkaution sowie die Schlussabrechnung der Nebenkosten.

Beim Einzug wird ebenfalls ein Rundgang durch die Wohnung gemacht und ein Übergabeprotokoll erstellt. Die neuen Mieter haben anschliessend die Möglichkeit, in den ersten Tagen nach dem Einzug – häufig innerhalb einer Frist von zehn Tagen – eine detaillierte Mängelliste der Wohnung zu erstellen und dem Vermieter einzureichen.

 

Wer bestimmt den Termin für die Wohnungsübergabe?

Als Erstes sprechen sich die aktuellen Mieter und der Vermieter gemeinsam ab, an welchem Tag die Wohnung übergeben wird. Sie können als Mieter ruhig die Initiative für die Terminfindung ergreifen, sobald Sie die schriftliche Kündigungsbestätigung erhalten haben und sobald der Termin für den Einzug in ihre neue Wohnung steht. Legen Sie den Termin für die Wohnungsübergabe so, dass die Räume bei Tageslicht übergeben werden können. So sind allfällige Mängel besser sichtbar. Dies ist sowohl für den Mieter als auch für den Vermieter wichtig.

Wohnung am letzten Arbeitstag des Monats übergeben

Der Termin für die Wohnungsübergabe wird spätestens am letzten Arbeitstag der Mietdauer gesetzt. Dies ist im Mietrecht Artikel 253 – 273c im ORso vorgesehen. Fällt dieser Tag auf einen Sonntag oder einen Feiertag, findet die Abgabe am darauffolgenden Werktag statt. Als Werktag gilt häufig auch der Samstag. Meist ist die genaue Zeit für die Abgabe der Wohnung bereits im Mietvertrag erwähnt, schauen Sie also als Erstes dort nach.

Kantonale Unterschiede beim Termin für die Wohnungsübergabe

In einigen Kantonen wird es so gehandhabt, dass die Wohnung auch am Tag nach Mietende abgegeben werden kann:

  • Kantone AG, BE, GL, GR, SH, SZ, ZG und ZH: Die Wohnungsübergabe kann am Tag nach Mietende bis 12 Uhr erfolgen.
  • Kantone FR, NE, VD und VS: Die Übergabe der Wohnung erfolgt am Vormittag des letzten Tages der Mietdauer.

Wer muss bei der Wohnungsübergabe anwesend sein?

Sie sind zwar weder als Mieter noch als Vermieter dazu verpflichtet, bei der Wohnungsübergabe persönlich dabei zu sein, jedoch ist es aus folgenden Gründen durchaus empfehlenswert:

Anwesenheit bei Wohnungsübergabe als Mieter:
Wenn Sie persönlich anwesend sind, können Sie verhindern, dass Sie für Mängel an der Wohnung verantwortlich gemacht werden, die Sie nicht verursacht haben.

Anwesenheit bei Wohnungsübergabe als Vermieter:
Sie können sicherstellen, dass Sie von Mieter verursachte Mängel mithilfe des Abnahmeprotokolls der Wohnung in Rechnung stellen können.

 

Was versteht man unter Endreinigung der Wohnung?

Wie sauber muss man eine Wohnung übergeben? Gerade wenn Sie lange darin gewohnt haben, sind Sie vielleicht unsicher, wie Sie bei der Endreinigung der Wohnung vorgehen sollen. Müssen Storen an Fenstern gereinigt werden? Was ist mit dem Dampfabzug oder dem Spülkasten? Unsere Checkliste gibt Ihnen einen Überblick. Häufig gibt der Vermieter genaue Angaben bezüglich der Wohnungs-Endreinigung. Hier eine Gedankenstütze von uns: Checkliste für die Wohnungsabnahme

Ein Tipp für den Vermieter - Liste mit Reinigungsarbeiten:
Liefern Sie dem Mieter am besten gleichzeitig mit der Kündigungsbestätigung der Wohnung eine Liste mit den vorzunehmenden Reinigungsarbeiten.

Wohnungsübergabe: Checkliste für die Endreinigung

Unsere Checkliste für die Wohnungsabnahmeist eine nützliche Hilfe bei der Reinigungsplanung vor dem Umzug. Zur Schlussreinigung der Wohnung gehört nämlich nicht nur dazu, Küche, Bad, Zimmer, Böden und Fenster gründlich zu reinigen. Wichtig sind zum Beispiel auch folgende Punkte:

  • Backofen: Nebst der gründlichen Reinigung gehört auch der allfällige Ersatz von Kuchenblechen und Innenbeleuchtung dazu.
  • Badezimmer: Auch Zahngläser und Seifenschalen müssen allenfalls ersetzt werden. Duschbrausen und -schläuche werden entkalkt und wenn nötig ersetzt. Auch der Spülkasten wird gereinigt und entkalkt.
  • Dampfabzug in der Küche: Der Dauerfilter wird gewaschen, die Filtermatte ersetzt.
  • Gebrauchsanweisungen für Haushaltsgeräte (Kühlschrank, Herd, Geschirrspüler, Waschmaschine, etc.) zusammenstellen und bereithalten.
  • Rolläden / Lamellenstoren / Sonnenstoren: Gründlich reinigen und wenn vorhanden Auszugsgurte allenfalls ersetzen.
  • Kontrolle Wohnungsschlüssel: Sind alle Schlüssel vorhanden, auch für Briefkasten, Keller und Estrich?
  • Dübellöcher: Dübel entfernen, die Löcher auffüllen und allenfalls mit passender Farbe Unreinheiten kaschieren.

Endreinigung der Wohnung bei anschliessender Renovation

Wird ein Teil der Wohnung nach der Übergabe renoviert, muss der betreffende Raum nicht gründlich gereinigt werden. Wird zum Beispiel die Küche saniert, wird sie besenrein abgegeben. Dazu gehört aber nicht nur die Reinigung des Bodens, sondern auch eine Grundreinigung von Geräten und Armaturen, so dass Handwerker sie anfassen und abtransportieren können.

Was bedeutet “besenrein”?

In den nördlichen Kantonen der Schweiz steht im Mietvertrag häufig, dass die Wohnung besenrein übergeben werden muss. In diesem Fall ist im Mietvertrag ein Pauschalbetrag für die professionelle Endreinigung der Wohnung festgehalten. Dieser liegt meist bei etwa 6 Franken pro Quadratmeter. Besenrein bedeutet hier, dass die Wohnung sauber und ordentlich sein muss - quasi mit dem Besen gereinigt. Ganz konkret bedeutet eine besenreine Wohnungsübergabe folgendes:

  • Alle Böden, auch in Garage, Keller, Estrich, sowie auch der Balkon, müssen gründlich gesaugt werden. Hat der Boden Flecken, muss zusätzlich nass gewischt werden.
  • Auch in Ecken und Nischen muss geputzt werden, falls sich zum Beispiel Spinnweben angesammelt haben.
  • Einbauschränke sollten abgestaubt werden.
  • Die Küche müssen grob gereinigt werden.
  • Kalkflecken in Bad und Küche müssen entfernt werden.
  • Fenster und Storen (z.B. Sonnenstoren, Lamellenstoren) müssen Sie bei einer besenreinen Wohnungsübergabe nicht reinigen. Auch das Verschliessen von Dübellöchern sowie das Entfernen von Unkraut auf dem Balkon gehören nicht dazu.

Was passiert, wenn die Wohnung bei der Endreinigung nicht sauber genug ist?

Ist die Wohnung am Übergabetag nicht genügend gereinigt, legt der Vermieter eine Nachfrist fest. Sie gibt dem Mieter noch einmal die Möglichkeit, die Wohnung bezugsfertig zu reinigen. Danach wird ein neuer Termin für die Wohnungsübergabe vereinbart. Falls die Wohnung dann noch immer nicht in einem sauberen und Übergabe fähigen Zustand ist, kann der Vermieter die Reinigung selber veranlassen. Die Kosten dafür werden dem Mieter in Rechnung gestellt.

Was passiert mit Veränderungen an der Wohnung, die vom Mieter vorgenommen wurden?

Wenn der Mieter Veränderungen an der Wohnung vorgenommen hat, müssen diese beim Auszug entfernt werden. Dazu gehören zum Beispiel eigens erstellte Einbauschränke im Schlafzimmer oder eine farbig gestrichene Wand im Kinderzimmer. Es ist allerdings auch möglich, dass beide Parteien Absprachen treffen oder dass der Nachmieter gewisse Veränderungen übernimmt. Grundsätzlich gilt allerdings, dass die Wohnung so abgegeben werden muss, wie sie übernommen wurde; in ihrem Ursprungszustand also.

Die professionelle Endreinigung der Wohnung mit Abnahmegarantie

Wenn Sie sich den Aufwand für die Schlussreinigung sparen möchten, können Sie ein Reinigungsinstitut beauftragen. Achtung: Beginnen Sie frühzeitig damit, dies zu organisieren. Häufig sind Reinigungsunternehmen bereits über mehrere Monate ausgebucht. Zudem, wenden Sie sich nur an Reinigungsfirmen die Ihnen eine Abnahmegarantie der Wohnung versichern. Bei uns können Sie Offerten von Reinigungsinstituten in Ihrer Region einholen und vergleichen.

Ebenfalls wichtig: Achten Sie darauf, dass das angefragte Unternehmen bei Ihnen vorbeikommt, bevor eine Offerte erstellt wird. Gehen Sie mit der Kontaktperson bei der Wohnungsbesichtigung genau durch, was zur Endreinigung mit Abnahmegarantie alles dazu gehört. Lassen Sie sich einen Pauschalpreis berechnen und vereinbaren Sie einen Termin, an dem die Schlussreinigung stattfinden soll. Beides sollte schriftlich bestätigt werden. Auch hier ein wichtiger Hinweis: Lassen Sie die Wohnung nicht zu früh putzen! Maximal zwei Tage vor dem Übergabetag sind sinnvoll, da später womöglich schon wieder Staub in der Wohnung liegt.

Lassen Sie sich ebenfalls schriftlich bestätigen, dass das Reinigungsunternehmen gegen allfällige Schäden versichert ist und eine Person bei der Übergabe der Wohnung anwesend sein wird.

Übrigens: Selbst wenn Sie die Endreinigung extern in Auftrag geben, tragen Sie als Mieter dem Vermieter gegenüber die Verantwortung dafür, dass die Wohnung einwandfrei gereinigt ist.

Wie teuer ist eine professionelle Endreinigung der Wohnung?

Aufwand und Preis für die Reinigung unterscheiden sich je nach Alter und Zustand der Wohnung stark. Bei einer 2-Zimmer-Wohnung sollten Sie mit Kosten ab etwa 750 CHF rechnen, bei einer 3- Zimmer-Wohnung mit 1000 CHF. Dies sind allerdings nur ungefähre Angaben. Bei uns können Sie Offerten von Reinigungsinstituten in Ihrer Region einholen und vergleichen.

 

Was beinhaltet ein Wohnungsabnahmeprotokoll / Wohnungsübergabeprotokoll?  

Das Abnahmeprotokoll ist ein wichtiges Dokument, sowohl für den aktuellen Mieter, als auch den Vermieter. Besonders die Auflistung der Mängel in der Wohnung, die dazu gehört, bereitet häufig Bauchschmerzen. Grundsätzlich brauchen Sie sich aber nicht unnötig Sorgen zu machen, wenn die Wohnung nicht mehr ganz so aussieht wie beim Einzug. Als Mieter haben Sie für die Nutzung der Wohnung bezahlt – dazu gehören auch gewisse Abnutzungserscheinungen. Für diese müssen Sie nicht zusätzlich bezahlen. Der Nachmieter erhält ein Übernahmeprotokoll. 

Wenn Sie die Wohnung also sorgfältig behandelt haben, haben Sie bei der Abgabe meist nichts zu befürchten. Wenn Sie die Wohnung dagegen übermässig abgenutzt haben, müssen Sie den Schaden anteilmässig bezahlen. Dazu gibt es eine kleine Faustregel. Sobald Sie denken: „Ups, da ist mir ein Malheur passiert“, können Sie damit rechnen, dass es um übermässige Abnützung geht, und dass Sie Schäden bezahlen müssen. In gewissen Fällen übernimmt hier die Privathaftpflichtversicherung – melden Sie einen Schaden wie beispielsweise ein Sprung im Waschbecken oder Löcher im Parkett also unbedingt an.

Das Wohnungsabnahmeprotokoll beschreibt den Zustand der Wohnung

Im Wohnungsübernahmeprotokoll wird ganz einfach festgehalten, in welchem Zustand die Wohnung ist. Dieser Zustand muss sehr genau dokumentiert werden. Mängel werden am besten mit mehreren Fotos festgehalten. So können die Kosten, die von vom Mieter übernommen werden müssen, genau bestimmt werden. Häufig werden Mängel auf einem Wohnungsabnahmeprotokoll nur ungefähr beschrieben – dies bereitet später Probleme, da das Dokument als Beweis gilt. Sie müssen also klar und eindeutig beschrieben sein. 

  • ZU UNGENAU: Flecken an der Wand im Kinderzimmer
  • SO SOLL ES SEIN: 3cm2 und 10m2 grosser Fleck an der Nordwand im Kinderzimmer

Es ist nicht obligatorisch, dass ein Abnahmeprotokoll für die Wohnung erstellt wird. Falls der Vermieter keines ausfüllt, muss er später aber beweisen können, dass Schäden tatsächlich durch den aktuellen Mieter verursacht wurden. Deshalb gilt das Wohnungsabnahmeprotokoll als wichtiges Beweismittel.

Die Mängelrüge

Wenn bei der Wohnungsübergabe Mängel festgestellt werden, für die der Mieter haften soll, ist der Vermieter verpflichtet, Ihnen innert wenigen Arbeitstagen eine schriftliche Mängelrüge zuzustellen. Diese muss sehr detailliert und klar sein und alle Mängel enthalten. Dazu gehört auch die Bemerkung, dass der Mieter für die genannten Mängel haftbar gemacht wird. Sollte diese Frist verstreichen, kann der Vermieter keine Ansprüche mehr geltend machen.

Mängel müssen sofort festgestellt werden – mit einer Ausnahme

Laut Artikel 267a im Schweizerischen Obligationenrecht muss die Vermieterschaft Mängel, für die die Mieterschaft einzustehen hat, dem Mieter sofort mitteilen. Wenn dies versäumt wird, können keine Ansprüche mehr gestellt werden. Mängel, die im ersten Augenblick (genauer Wortlaut: „bei übungsgemässer Untersuchung“) nicht erkennbar waren, müssen der Mieterschaft sofort nachgemeldet werden.

Was bedeutet normale Abnutzung der Mietwohnung?

Wie bereits erwähnt, gibt es Schäden in der Wohnung, die als „normale Abnutzung“ bezeichnet werden. Sie entstehen, weil in der Wohnung gelebt wird – getanzt, gespielt, gekocht, gestritten.

Zur normalen Abnutzung gehören zum Beispiel:

  • Dübellöcher. Es dürfen allerdings nicht zu viele sein, und sie sollten fachmännisch zugespachtelt werden.
  • Schatten an den Wänden, durch Möbel, die lange am selben Ort standen, und Bilder, die lange am selben Ort hingen
  • vergilbte Tapeten

Was bedeutet übermässige Abnutzung der Mietwohnung?

Für Schäden, die durch übermässige Abnutzung entstehen, muss der Mieter anteilsmässig aufkommen. Zur übermässigen Abnutzung gehören zum Beispiel:

  • grosse Flecken auf einem Teppich oder an einer Wand
  • Kratzspuren von Haustieren
  • grosse Kratzer im Parkett
  • durch Nikotin verfärbte Wände
  • Kritzeleien auf Tapeten
  • defekter Haushaltsapparat, der vom Mieter nicht sorgfältig behandelt wurde

Die paritätische Lebensdauertabelle von Wohn-Gegenständen

Jeder Gegenstand in der Wohnung hat eine bestimmte Lebensdauer. Sein Wert nimmt ab, je älter er wird. Sein Restwert sinkt also jedes Jahr – und es ist dieser Restwert, den Sie bezahlen müssen, wenn Sie in der Wohnung einen Schaden verursacht haben. Ist die Lebensdauer abgelaufen, müssen Sie für einen Schaden nichts mehr bezahlen.

Deshalb ist die Lebensdauertabelle die der Mieterverband (MV) und der Hauseigentümerverband (HEV) erarbeitet haben, ein sehr wichtiges Werkzeug. Die ganze Immobilien- und Versicherungsbranche hält sich an die Richtwerte, die darin angegeben sind.

Ein Beispiel: Ein Wohnungsanstrich hat eine Lebensdauer von 8 Jahren. Wenn Ihr Kind eine Wand, die vor vier Jahren gestrichen wurde, bekritzelt hat, verbleibt eine Lebensdauer von 4 Jahren. Sie müssen also nur die Hälfte der Kosten für den Neuanstrich übernehmen.

Mängel reparieren statt ersetzen in der Wohnung

Nebst der Lebensdauertabelle kommt auch der Aspekt der Verhältnismässigkeit ins Spiel. Wenn Sie im Parkettboden zum Beispiel mehrere tiefe Kratzer hinterlassen haben, wird es nicht nötig sein, den ganzen Parkettboden zu ersetzen. Die Kratzer können repariert werden. Das Gleiche gilt für grössere Löcher in der Wand – es muss nicht die ganze Wand in Stand gestellt werden. In diesen Fällen zahlen Sie nur für die Reparatur.

Wenn die Kosten für die Reparatur eines Gegenstandes unverhältnismässig sind, kann auch ein Minderwert vereinbart werden. Dann zahlt der Mieter einen Pauschalbetrag für die übermässige Abnutzung und es wird keine Reparatur vorgenommen. Dies kann beispielsweise bei einer abgeschlagenen Stelle im Lavabo der Fall sein.

Was, wenn ein Schaden schon vor Mietantritt in der Wohnung bestand?

Hier gilt das Übergabeprotokoll, das beim Einzug in die Wohnung erstellt wurde. Ein bestimmter Schaden ist dort vielleicht bereits festgehalten. Sie müssen als Mieter nicht beweisen, dass Sie den Schaden nicht selber verursacht haben. Der Vermieter hingegen muss beweisen können, dass Sie einen Schaden während der Mietdauer verursacht haben. 

Melden Sie grosse Schäden in der Wohnung frühzeitig dem Vermieter

Wenn Sie als Mieter bereits wissen, dass in Ihrer Wohnung grössere Reparaturarbeiten nötig sind, informieren Sie den Vermieter am besten frühzeitig. So kann die Wohnungsübergabe rechtzeitig geplant werden und die Reparaturen können noch vor dem Einzug des Nachmieters durchgeführt werden. Denn falls die Wohnung vor der Ausführung dieser Arbeiten nicht oder nur teilweise bewohnt werden kann, ist es möglich, dass weitere Kosten auf Sie zukommen. Dazu gehört zum Beispiel der Mietzinsausfall.

Kleine Reparaturen oder kleiner Unterhalt in der Mietwohnung

Sie wissen es bereits aus Ihrer Zeit als Mieter in der aktuellen Wohnung: Es gibt den „kleinen Unterhalt“, den Sie übernehmen müssen. Diese kleinen Reparaturarbeiten, die Sie selber erledigen können, zahlen Sie ganz. Hier gibt es keine Unterscheidung zwischen normaler und übermässiger Abnutzung - auch der Lebenswert spielt keine Rolle. Und Sie müssen den kleinen Unterhalt auch übernehmen, wenn Sie den Gegenstand nicht beschädigt haben, zum Beispiel wenn er einfach alt war. Die Kosten für solche kleinen Reparaturarbeiten sollten in der Regel 150.- CHF nicht überschreiten.

Ein Schlussservice bei einem Geschirrspüler oder einem anderen Gerät, den eine Fachperson durchführen muss, gehört nicht zum kleinen Unterhalt und muss somit vom Vermieter getragen werden (sofern nicht anders im Mietvertrag vermerkt).

Unter den kleinen Unterhalt fallen zum Beispiel folgende Tätigkeiten:

  • Syphon entstopfen
  • Sicherungen auswechseln
  • Seifenschalen ersetzen
  • WC-Brillen ersetzen
  • Kuchenblech ersetzen
  • Geschirrspülbesteckhalter ersetzen

Lohnt es sich, Schäden selber zu reparieren, anstatt die Reparatur zu bezahlen?

Wenn Sie Schäden in der Wohnung verursacht haben, die sie gemäss Lebensdauertabelle anteilmässig selber tragen müssen, überlegen Sie sich vielleicht, sie selber zu reparieren. Dies macht allerdings in den meisten Fällen keinen Sinn. Sie haben als Mieter keinen Anspruch darauf, dass Ihr prozentualer Anteil der Arbeit vergütet wird. Zudem ist die Gefahr gross, dass die Reparatur nicht zur Zufriedenheit des Vermieters ausgeführt wird – vielleicht ist sie unpassend oder fachlich nicht korrekt. Sie riskieren also, dass die Reparatur wiederholt werden muss und Sie dann doppelte Kosten zu tragen haben.

Die Abgabe der Schlüssel bei der Wohnungsübergabe

Zur Wohnungsübergabe gehört auch die Abgabe der Schlüssel. Sobald Sie diese abgegeben haben, haben Sie kein Zutrittsrecht mehr zur Wohnung.

Sie haben einen Schlüssel verloren? Dann muss geklärt werden, seit wann und wo der Schlüssel abhanden gekommen ist. Falls eindeutig ist, dass der Schlüssel nicht missbraucht werden kann, müssen Sie wahrscheinlich nur einen neuen Schlüssel bezahlen. Falls der Verdacht aufkommt, dass der Schlüssel vielleicht missbraucht wird, müssen Sie für ein neues Schliesssystem bezahlen – unter Berücksichtigung des Restwerts des bisherigen Systems. Die Lebensdauer eines Schliesssystems beträgt 20 Jahre. Benachrichtigen Sie bei einem Schlüsselverlust die Privathaftpflichtversicherung – meist werden die Kosten übernommen. Die Schlüsselübergabe sollte schriftlich bestätigt werden.

Die Unterschrift unter dem Wohnungsabnahmeprotokoll

Als aktueller Mieter sind Sie nicht verpflichtet, das Abnahmeprotokoll zu unterschreiben. Vielleicht sind darin Mängel und Reparaturen erwähnt, mit denen Sie nicht einverstanden sind. Sobald Ihre Unterschrift unter dem Dokument steht, bedeutet dies, dass Sie Schäden anerkennen und bereit sind, sie zu zahlen. Sie können zum Beispiel bei einem bestimmten Punkt einen Vorbehalt anbringen. Die Wohnung gilt übrigens als abgegeben, selbst wenn Sie nicht unterschreiben.

Was tun, wenn es Streit bei der Wohnungsübergabe gibt?

Bestimmt ist es weder im Sinne vom Mieter noch von Vermieter, dass es bei der Wohnungsübergabe zu Uneinigkeiten kommt. Trotzdem kann es passieren, dass es Streit gibt, wenn sich beide Parteien bei Schäden in der Wohnung nicht einig werden. Die Schlichtungsbehörde in Ihrer Region kann in solchen Fällen weiterhelfen. Es wird darüber entschieden, wer im Recht ist. Falls herauskommt, dass der Mieter für Schäden verantwortlich gemacht werden kann, darf der Vermieter die Mietkaution einbehalten.

 

Die Mängelliste – Schäden und Mängel beim Einzug

Beim Einzug findet ebenfalls ein Rundgang durch die Wohnung statt. Bereits bestehende Mängel wie kleine Kratzer im Parkett oder kleine Lackschäden im Bad werden dokumentiert – auch hier am besten mit mehreren Fotos.

Sie als Mieter haben nach dem Einzug noch ein paar Tage Zeit, um sich die Wohnung genau anzusehen. Vielleicht stellen Sie fest, dass eine Steckdose nicht funktioniert, oder Sie entdecken Flecken, die weder Sie noch der Vermieter bei der Wohnungsübergabe gesehen haben. Erstellen und führen Sie deshalb eine ausführliche Mängelliste. Damit schützen Sie sich davor, später für einen Mangel verantwortlich gemacht zu werden, den Sie nicht selber verursacht haben.

Zudem ist die Mängelliste der Wohnung hilfreich für den Vermieter. Für Sie würde es viel Aufwand bedeuten, die Wohnung so sorgfältig zu kontrollieren, während Sie darin wohnen und sich sowieso am Anfang mit jeder Ecke vertraut machen möchten. Die Mängelliste wird anschliessend eingeschrieben an den Vermieter geschickt. Die Frist für nachträglich festgestellte Mängel ist unterschiedlich – schauen Sie in Ihrem Mietvertrag nach. Meist liegt sie bei etwa zehn Tagen.

Der kleine Unterhalt – die grosse Ausnahme beim Einzug

Wie erwähnt, sind Sie während der Mietdauer sowie beim Auszug aus der Wohnung für den kleinen Unterhalt verantwortlich. Dies gilt allerdings beim Einzug nicht. Sie können kleine Reparaturen, die normalerweise unter den kleinen Unterhalt fallen, und die Ihnen nach dem Einzug auffallen, auf die Mängelliste setzen.

Typische Beispiele dafür sind:

  • ein defekte Seifenschale
  • ein fehlendes Backblech
  • ein undichter Duschschlauch

 

Die Wohnung ist übergeben – was passiert nach der Schlüsselübergabe?

Wie funktioniert die Freigabe der Mietkaution?

Freigabe Mietkaution für Mieter:
Geschafft! Die Wohnung ist übergeben. Sie als Mieter haben einen letzten sentimentalen Blick zurückgeworfen und freuen sich nun darauf, in der nächsten Wohnung ein neues Kapitel aufzuschlagen. Sie warten jetzt nur noch auf die Freigabe der Mietkaution. Falls die Übergabe nicht reibungslos verlaufen ist, können Sie die Auszahlung der Mietkaution ein Jahr nach der Wohnungsübergabe von der Bank verlangen, bei der das Geld liegt, auch wenn Sie dafür vom Vermieter keine Zustimmung bekommen haben. Die Bank kann die Auszahlung allerdings verweigern, wenn vom Vermieter in diesem Jahr rechtliche Schritte gegen Sie eingeleitet wurden.

Freigabe Mietkaution für Vermieter:
Für Sie als Vermieter ist die Wohnungsübergabe vorerst noch nicht ganz abgeschlossen. Als Erstes geben Sie allfällige Reparaturen und Renovationen in Auftrag. Falls der aktuelle Mieter keine Schäden verursacht hat, sollten Sie das Mietzinsdepot freigeben. Dazu braucht es ein von Mieter und Vermieter unterzeichnetes Formular, welches bestätigt, dass das Konto aufgelöst und das Depot an den Mieter überwiesen wird.

Die Schlussabrechnung der Nebenkosten

Beide Mietparteien, sowohl diejenige, die auszieht, wie auch diejenige, die einzieht, müssen auf die jährliche Schlussabrechnung über die Nebenkosten warten. Sie haben keinen Anspruch auf eine Zwischenabrechnung. Die prozentuale Aufteilung gestaltet sich manchmal kompliziert. Der Vermieter kann sich hier an Erfahrungswerte halten. So kann festgestellt werden, welche Kosten prozentual auf die einzelnen Kalendermonate entfallen.

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