Was geschieht bei einem Konkurs?

Wenn Mieter oder Vermieter Konkurs gehen, droht Ungemach. In beiden Fällen haben Sie als Mieter jedoch Möglichkeiten, sich vor einer sofortigen Kündigung zu schützen.

Konkurs des Vermieters

Die schönste Traumwohnung kann zum Albtraum werden, wenn der Vermieter pleite ist. Trotz Konkurs werden Sie als Mieter aber – zumindest vorerst – nicht aus der Wohnung geworfen.

Muss nicht immer sein: Kisten packen nach Konkurs. Muss nicht immer sein: Kisten packen nach Konkurs.

Konkurs ohne Zwangsversteigerung

Wenn Sie Glück haben, wird Ihre Wohnliegenschaft ohne Zwangsversteigerung verkauft und Ihr Mietverhältnis vom nächsten Besitzer weitergeführt.

Der neue Besitzer darf das Mietverhältnis schlimmstenfalls bloss in der gesetzlichen Frist auf den nächsten gesetzlichen Termin kündigen, und auch das nur, wenn er einen dringenden Eigenbedarf für sich oder nahe Verwandte sowie Verschwägerte geltend machen kann.

Konkurs mit Zwangsversteigerung

Wenn Sie weniger Glück haben, kommt es zu einer Zwangsversteigerung mit so genanntem Doppelaufruf. Das bedeutet, dass die Liegenschaft nach einer ersten, erfolglosen Versteigerung noch einmal versteigert wird. 

In diesem Fall darf der neue Besitzer den Mietvertrag ohne Begründung künden. Als Mieter können Sie aber ein Erstreckungsgesuch für das Mietverhältnis stellen. 

Kaution kann zum Problem werden

Egal was mit Ihrer Liegenschaft geschieht: Die Mietzinskaution kann zum Problem werden. Der Vermieter hat eigentlich die Pflicht, die Kaution bei einer Bank auf einem Sparkonto oder einem Depot auf den Namen des Mieters zu hinterlegen. 

Hat er das nicht ordnungsgemäss getan, fällt das Geld in die Konkursmasse und ist für Sie als Mieter mit grosser Wahrscheinlichkeit verloren. 

Denn Ihre Forderung fällt in den grossen Topf mit allen unbezahlten Rechnungen. Faktisch ist sie damit meist wertlos, weil es sich nicht um eine privilegierte Forderung handelt, die zuerst bezahlt werden muss. 

Konkurs des Mieters

Wenn Sie selbst als Mieter Konkurs gehen, dann darf der Vermieter das Mietverhältnis auflösen. Sie können die Kündigung innert 30 Tagen nach Erhalt bei der Schlichtungsbehörde anfechten, wenn der Vermieter Formfehler gemacht, eine zu kurze Frist angesetzt oder die Fristen nicht eingehalten hat. Als angemessen gilt in der Praxis eine Frist von ein bis zwei Wochen. 

Sicherheiten helfen

Wenn Sie eine Sicherheit hinterlegen können, kann das Mietsverhältnis trotz Konkurs weitergeführt werden. Als Sicherheit gelten Bankgarantien, die Hinterlegung von Geld oder Wertpapieren, Bürgschaften etc.