Wenn Haustiere die Nachbarschaft stören

Haustiere führen oft zu Streitigkeiten unter Nachbarn. Doch was darf die Katze oder der Hund des Nachbarn überhaupt? Und wann dürfen Sie sich wehren?

Wenn der Hund zu laut bellt, freut das die Nachbarn nicht. Wenn der Hund zu laut bellt, freut das die Nachbarn nicht.

Lärm und Gestank: Das sind die häufigsten Ärgernisse im Zusammenhang mit den Haustieren von Nachbarn. 

Doch was können Sie tun, wenn Sie das konstante Gebell von Nachbars Lumpi zum Wahnsinn treibt? Oder wenn Schnurli von nebenan seine Notdurft am liebsten vor Ihrer Haustür im Treppenhaus erledigt? 

Gespräch oder Hilfe suchen

Als ersten Schritt sollten Sie abklären, ob Haustiere in Ihrem Wohnhaus überhaupt erlaubt sind. Schauen Sie in der Hausordnung nach oder fragen Sie im Zweifelsfall die Hausverwaltung. 

Wenn ja, suchen Sie am besten als Erstes das persönliche Gespräch mit den Tierbesitzern. Oft sind sie sich gar nicht bewusst, wie sehr ihre Lieblinge die Nachbarn beeinträchtigen. Oder Sie schalten die Hausverwaltung ein – eine offizielle Rüge bewirkt manchmal Wunder.

Was ist zumutbar?

Falls alles nichts nützt, bleibt meist nur der Gang vors Gericht. Leider gibt das Gesetz in Sachen Haustiere nur vage Vorgaben und steckt den Rahmen relativ weit. 

Laut Zivilgesetzbuch darf Sie das Verhalten eines Nachbars – und damit auch dasjenige seiner Haustiere – nicht «übermässig» auf Sie auswirken und «zumutbar» sein. Gegen gelegentliches Bellen des Nachbarhunds oder sporadische Besuche der Nachbarskatze auf Ihrem Balkon werden Sie also wenig ausrichten können. 

Nicht jeder freut sich über Haustiere in der Nachbarschaft. Nicht jeder freut sich über Haustiere in der Nachbarschaft.

Richter entscheidet

Trotzdem müssen Sie nicht jede Störung tatenlos akzeptieren. Vor allem bei übermässiger Lärmbelästigung haben Sie mitunter keine schlechten Chancen, der Misere ein Ende zu setzen.

Im Streitfall werden ein Richter oder die Schlichtungsbehörde nach sachlichen Kriterien beurteilen, was Sie hinnehmen müssen und was nicht. Durch einen Besuch vor Ort und die Befragung von weiteren Nachbarn ergibt sich ein objektives Bild der Lage. 

Gibt der Richter dem Beschwerdeführer recht, muss der Tierhalter die entsprechenden Schritte unternehmen, um den Beeinträchtigungen ein Ende zu setzen.