Die Mietpreise in der Schweiz

Die Mietpreise in der Schweiz sind in den letzten 20 Jahren stetig gestiegen. Die höchsten Mieten zahlt man heute in den Regionen Genfersee und Zürich. Obwohl nicht nur das Wohnen in den Städten teurer geworden ist, lebt man ausserhalb der Zentren immer noch deutlich günstiger.

Seit Jahren stetig aufwärts

Alleine zwischen 2000 und 2010 nahmen die Mietpreise in der Schweiz um über 20 Prozent zu. Insbesondere die Zuwanderung seit Abschluss des Vertrages über die Personenfreizügigkeit mit der EU im Jahr 2002 führte in den letzten Jahren zu einem sprunghaften Anstieg der Mietpreise. Vielfach ist es für Normalverdiener ziemlich schwer bis fast unmöglich, in den grossen Städten wie Zürich oder Genf bezahlbaren Wohnraum zu mieten.

Kantonale und regionale Unterschiede

Gemäss der Strukturerhebung zum Wohnungswesen des Bundesamts für Statistik (BFS) sind die kantonalen Unterschiede gross. Wurden z. B. im Jahr 2013 in den teuersten Kantonen Zug, Genf und Zürich rund 19 Franken pro Quadratmeter gezahlt, war Wohnraum in den Kantonen Neuenburg, Glarus oder Jura schon für unter 12 Franken pro Quadratmeter zu mieten. Der durchschnittliche Mietpreis im Kanton Zug betrug 1'740 Franken, im Kanton Jura nur etwa die Hälfte.

Ähnlich wie die Kantone unterscheiden sich auch die Schweizer Regionen in Bezug auf die Entwicklung der Mietpreise deutlich voneinander. Während 2014 die Kostensteigerung für Mietwohnraum in der Zentralschweiz und am Genfersee deutlich über dem Schweizer Durchschnitt lag, fiel sie in den Regionen Mittelland, Ostschweiz und Tessin unterdurchschnittlich aus. Der Swiss Real Estate Offer Index, welcher von ImmoScout24 in Zusammenarbeit mit IAZI erhoben wird, bildet die Mietpreisverhältnisse in der entsprechenden Region transparent ab und erlaubt eine zeitnahe Überwachung der Entwicklung der Angebotsmieten.

Leerstand und anhaltend grosse Nachfrage

Als eine Hauptursache für den teilweise rasanten Anstieg der Mietpreise wird von Immobilienexperten der geringe Leerstand an Wohnraum angesehen. Bei einem Leerstand von unter einem Prozent (Zürich: 0,5 Prozent) könne ein spekulationsfreier Wohnungsmarkt nicht funktionieren, so die Spezialisten. Dafür wäre ein Leerwohnbestand von mindestens ein bis zwei Prozent erforderlich.

Die anhaltend steigende Nachfrage nach Wohnraum in den Städten oder in deren unmittelbarem Umfeld verschärft das Problem der stetig steigenden Mietkosten zusätzlich. Als Alternative zu diesem scheinbaren Teufelskreis raten die Immobilienkenner immer öfter zum Kauf von Wohnraum.

Diskutieren Sie mit