Vom Ausland in die Schweiz umziehen

So schön und aufregend es auch ist, in ein anderes Land zu ziehen – Umziehen ist in den seltensten Fällen ein Zuckerschlecken. Wir sagen Ihnen, worauf Sie bei einem Umzug von Deutschland oder Österreich in die Schweiz achten sollten.

1. Vor dem Umzug

2. Zollformalitäten

3. Nach dem Umzug

4. Was Sie sonst noch wissen sollten

Vor dem Umzug:

Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung

Für Deutsche und Österreicher gilt die volle Personenfreizügigkeit. Wenn Sie sich allerdings länger als drei Monate in der Schweiz aufhalten oder arbeiten, brauchen Sie eine Aufenthalts- und eine Arbeitsbewilligung.

Bewilligung vom kantonalen Migrationsamt

Neuen Job in der Schweiz finden

Wohnungssuche

Sobald Sie eine Arbeitsstelle gefunden haben, können Sie sich auf ImmoScout24 die Suche nach einer passenden Wohnung begeben. Dies kann vor allem in den städtischen Ballungszentren einige Zeit beanspruchen.

Folgenden typisch schweizerischen Begriffen könnten Sie in einem Wohnungsinserat begegnen:

  • Reduit = Abstellraum
  • Cheminée = Kamin
  • Estrich = Dachboden
  • Tumbler = Wäschetrockner
  • Attikawohnung = Dachwohnung
  • Lavabo = Waschbecken
  • Mietzinsdepot = Mietkaution
  • Quartier = Stadtteil
  • Platten = Fliesen

Wohnungsbesichtigung

Zur Wohnungsbesichtigung sollten Sie einen allfälligen Arbeitsvertrag und die Kontaktdaten Ihres letzten Vermieters mitbringen. In der Regel erwartet der Vermieter eine Betreibungsauskunft. Da Sie diese als ausländischer Staatsbürger nicht beantragen können, sollten Sie ein entsprechendes Äquivalent mitbringen - beispielsweise eine Schufa-Auskunft.

Abmeldungen

Melden Sie sich in Ihrem Heimatland ab bei

  • Einwohnermeldeamt
  • Krankenversicherung
  • Autoversicherung
  • Haftpflicht- und Hausratversicherung
  • Telefon-, Handy-, Internet- und TV-Anbieter


Zollformalitäten:

Hausrat auflisten

Verfassen Sie beim Packen der Umzugskisten eine Liste (handschriftlich oder mit Excel) des Hausrates, den Sie in die Schweiz mitnehmen. Diese Liste müssen Sie erst dem Zollbeamten Ihres Heimatlandes vorlegen und danach zusammen mit dem Formular 18.44 am Schweizer Zoll abgeben. Am besten schreiben Sie auf jedes Gepäckstück und jede Kiste, was sich darin befindet und notieren sich zudem auch gleich das Gewicht. Schliesslich müssen Sie auch das Gesamtgewicht des Umzugsguts angeben. Ist der Umzugstransporter zu schwer, kann es sein, dass der Zoll Sie nicht weiterfahren lässt.

Was Sie nicht einführen dürfen

Informieren Sie sich, was Sie nicht einführen dürfen.

Dokumente am Zoll

Deutsche und Österreicher müssen bei der Einreise keine Aufenthaltsbewilligung vorlegen. Arbeitsvertrag, Mietvertrag und gegebenenfalls eine Abmeldebestätigung des Heimatlands genügen, um die Wohnsitzverlegung nachzuweisen.

Öffnungszeiten Zoll beachten

Die Zollbehandlung Ihres Hab und Guts kann grundsätzlich nur von Montag bis Freitag während bestimmter Öffnungszeiten erfolgen. Bei manchen Grenzübergängen ist das auch am Samstagvormittag möglich. Informieren Sie sich vorher über die Öffnungszeiten der Zollämter, da diese nicht automatisch gleich sind wie jene des Grenzübergangs an sich, der meistens 24 Stunden am Tag geöffnet ist.

Einfuhr eines Autos

Ihr Auto können Sie als Übersiedlungsgut mitnehmen und somit zollfrei einführen. Allerdings nur, wenn Sie das Auto seit mindestens sechs Monaten besitzen.

Umzug mit Haustier

Wer mit Hund, Katze oder Frettchen über die Grenze möchte, muss einiges beachten. Beispielsweise, dass das Haustier gechipt und geimpft ist. Bringen Sie auf jeden Fall den Impfausweis und den EU-Heimtierpass Ihres Vierbeiners mit zum Zoll.

 

Nach dem Umzug:

Aufenthaltsbewilligung beantragen und Wohnsitz anmelden

Versicherungen und Verträge abschliessen, ein Bankkonto eröffnen oder eine Parkkarte für das Wohngebiet organisieren– ohne Aufenthaltsbewilligung werden Sie Ihre liebe Mühe damit haben. Die Aufenthaltsbewilligung erhalten Sie auf dem kantonalen Migrationsamt, in Bern beispielsweise aber frühestens 14 Tage vor Arbeitsantritt.

Mit der Organisation der Aufenthaltsbewilligung geht die Anmeldung in der neuen Gemeinde einher. Dafür benötigen Sie folgende Dokumente:

  • amtlicher Ausweis
  • Passfoto
  • Dokumente über den Familienstand
  • Arbeitsvertrag oder Hochschulzulassung im Original
  • Mietvertrag im Original

Versicherungen abschliessen

Krankenkasse
Sie sind verpflichtet, sich bis spätestens drei Monate nach dem Einreisedatum bei einer Schweizer Krankenversicherung anzumelden. Die Beiträge müssen rückwirkend bis zum Einreisedatum bezahlt werden.

Hausrat- und Haftpflichtversicherung
Ebenso brauchen Sie eine Hausrat- und Haftpflichtversicherung.

Autoversicherung
Wenn Sie ein Auto in die Schweiz „gezügelt“ haben, müssen Sie es innerhalb eines Jahres bei einer Schweizer-Autoversicherung versichern. Auf comparis.ch können Sie die Angebote miteinander vergleichen.

Telefon und Internet

Informieren Sie sich im Vornherein über die verschiedenen Anbieter (z. B. Swisscom, UPC, Sunrise, M-Budget, Quickline). Beachten Sie, dass bei der Nutzung ausländischer Mobilfunkanbieter möglicherweise hohe Roamingkosten anfallen können. Da die Schweiz kein EU-Mitglied ist, haben die EU-Richtlinien für Roaminggebühren keine Gültigkeit.

Radio und Fernsehen

Als Radio- und Fernsehbenutzer sind Sie verpflichtet, sich bei der Erhebungsstelle Billag anzumelden. Die jährliche Gebühr für Radio- und Fernsehempfang beträgt 451.10 Franken.

Auto anmelden

Spätestens 12 Monate nach der Einfuhr müssen Sie Ihr Auto in der Schweiz einlösen und mit Schweizer Nummernschildern versehen. Bei Fahrzeugen, die als Neuwagen eingeführt werden, beträgt diese Frist einen Monat. Bis dahin dürfen Sie mit den deutschen Kontrollschildern in der Schweiz fahren.

Erkundigen Sie sich beim zuständigen Strassenverkehrsamt, welche Unterlagen Sie für die Zulassung in der Schweiz einreichen müssen. Denken Sie auch daran, einen schweizerischen Führerausweis zu beantragen.

Wichtig: Bevor Sie die Schweizer Zulassung erhalten, müssen Sie Ihr Fahrzeug auf technische Mängel prüfen lassen. Diese Fahrzeugprüfung heisst in der Schweiz Motorfahrzeugkontrolle (MFK) und ist vergleichbar mit dem deutschen TÜV. Sie erhalten einen Termin vom Strassenverkehrsamt des Wohnkantons, sobald das Amt im Besitz aller benötigten Unterlagen ist. Es bringt nichts, wenn Sie Ihr Auto noch im Ausland einer Prüfung unterziehen. Denn damit Ihr Auto in der Schweiz zugelassen ist, muss es auch die MFK in der Schweiz bestehen. Es wird zudem erwartet, dass Sie das Auto sauber und gepflegt zur Fahrzeugprüfung bringen – der Schweizer Prüfer ist sehr kritisch, was die Reinlichkeit betrifft.

Haustier registrieren

Innerhalb 10 Tage nach Ihrer Ankunft in der Schweiz müssen Sie Ihr Haustier erst bei der Behörde und danach bei einem Tierarzt anmelden.

 

Was Sie sonst noch wissen sollten:

Überweisungen

In der Schweiz haben die Banken seit 2006 auf das international gültige Kontonummernformat IBAN umgestellt. Es werden jedoch weiterhin die alten Kontonummern akzeptiert. Wenn Sie vom Verwalter also nur eine für die Schweiz übliche Kontonummer (Bsp. 12-345678-9) erhalten haben, benötigen Sie von ihm auch noch die IBAN-Nummer. Alternativ können Sie versuchen, ob Sie allenfalls hier die IBAN-Nummer herausfinden.

Bankkonto in der Schweiz

Damit Ihnen Ihr Arbeitgeber den Lohn auszahlen kann, benötigen Sie ein Schweizer Bankkonto. Dieses können Sie erst eröffnen, wenn Sie im Besitz der Aufenthaltsbewilligung sind. Beachten Sie zudem, dass Überweisungen von der Schweiz ins Ausland mit hohen Kosten verbunden sein können.

Strom und Heizung in der Mietwohnung

In Deutschland werden Strom und Gas von den Mieterinnen und Mietern direkt mit dem jeweiligen Anbieter vertraglich vereinbart. In der Schweiz hingegen brauchen Sie sich nicht selbst darum zu kümmern, Strom und Gas sind Teil der Miete bzw. Nebenkosten.