Das Streiten ist des Nachbars Lust

Wenn alle anderen unter einem einzigen Mieter leiden, muss der Vermieter handeln. Schwieriger ist es, wenn der «böse» Nachbar Wohnungsbesitzer oder gar Eigentümer des ganzen Hauses ist.

Das Szenario ist leider vielen nur allzu bekannt: Ein Nachbar spielt sich als Polizist auf und beschwert sich ständig über alle anderen Mieter. Oder: Eine Nachbarin hält sich nicht an die Hausordnung, weil sie die Waschküche nicht reinigt oder ihren Müll ins Treppenhaus stellt. Aber keine Angst: Sie können sich wehren!

Hilfe vom Vermieter

Generell gilt: Versuchen Sie, die Unstimmigkeiten in einem Gespräch aus der Welt zu schaffen. Bringt dies nichts, können Sie sich an den Vermieter bzw. die Verwaltung wenden. 

Dieser muss dafür sorgen, dass die Vorschriften von Mietvertrag und Hausordnung befolgt werden. Der «renitente» Mieter riskiert so seine Kündigung. 

Keine Hilfe vom Vermieter

Will der Vermieter den Zustand nicht beheben, sollten Sie ihm schriftlich und eingeschrieben eine Frist zur Behebung setzen und die Hinterlegung des Mietzinses androhen. 

Daneben kommt eine Mietzinsherabsetzung wegen Mängeln in Betracht. Wenden Sie sich für eine vorgehende, umfassende Beratung unbedingt an die zuständige Schlichtungsbehörde. Das gilt auch dann, wenn der Vermieter und der «böse» Nachbar ein und dieselbe Person sind. 

ACHTUNG: Kürzen Sie nicht einfach die Monatsmiete von sich aus, sondern halten Sie die dafür vorgesehenen Verfahren ein. Tun Sie es trotzdem, gilt die Miete als nicht bezahlt. Der Vermieter hat so einen Kündigungsgrund.

Nachbarn mit unbegründeten Beschwerden «terrorisieren»

Das Gesetz verpflichtet die Mieter auf gegenseitige Rücksichtnahme. Wer also ständig seine Nachbarn mit unbegründeten Beschwerden «terrorisiert», nimmt nicht genügend Rücksicht. 

Auch hier muss der Vermieter tätig werden: Verletzt der Mieter trotz der schriftlichen Mahnung des Vermieters seine Pflicht zur Rücksichtnahme weiter, so dass den Nachbarn das Zusammenleben nicht mehr zuzumuten ist, kann der Vermieter mit einer Frist von 30 Tagen auf ein Monatsende kündigen.

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