Wohnen auf kleinem Raum

Ramona Gschwend beweist mit ihrer 38 Quadratmeter grossen Wohnung, dass man auch auf kleinem Raum stilvoll leben kann. Die Wohnung der jungen Gestalterin liegt direkt am Bahnhof Lenzburg neben den Bahngleisen in einem modernen Neubau.

Die Wohnung besteht aus einem Wohn- und Essbereich mit Küche und einem Badezimmer. Sie passt hervorragend zum Lebensstil der Ostschweizerin: jung, mobil und auf das Wesentliche reduziert.

Bei der kompakten Grösse von 38 Quadratmetern bedarf es einem geschickten Auge für eine praktische und dennoch stilvolle Einrichtung. Kein Problem für die 22-Jährige, die als Gestalterin arbeitet. Die Einrichtungsplanung der Wohnung begann lange vor dem eigentlichen Umzug von St. Gallen nach Lenzburg: «Ich musste viele Dinge loslassen und meinen materiellen Besitz enorm reduzieren», erzählt Gschwend. «Andere sehen dies als Einschränkung, ich aber empfinde es als sehr befreiend.»

Bei der Einrichtung hat sie auch selbst Hand angelegt und so beispielsweise die Kleiderstange aus Röhren vom Baumarkt zusammengebaut. Ein Einzelstück, das den Platz für die Kleider vorgibt: «Ich kann hier nur eine bedingte Anzahl Kleider aufhängen. Habe ich mal wieder zu viele Sachen, muss ich aussortieren.»

Anstatt eines Esstisches hat die junge Gestalterin ein langes Holzbrett an der Fensterbank angebracht – mit Aussicht auf das Gleismeer des Knotenpunktes Lenzburg. Dadurch bleibt ihr mehr Platz in der Küche, wo sie oft und gerne kocht. Gerne möchte sie den «Tisch» noch etwas verlängern, damit bis zu fünf Leute Platz finden. «Dann können alle zusammen essen, miteinander reden und zugleich aus dem Fenster schauen, die Urbanität aufschnappen und die Graffitis der Güterwaggons betrachten», sagt sie.

Das prägendste Merkmal der Wohnung sind die Betonwände und -decken. «Sie unterstreichen den Minimalismus, den ich hier lebe», sagt Gschwend. «Besucher empfinden die Wohnung als modern. Das kommt daher, dass die meisten Menschen weiss gestrichene Wände gewohnt sind.» Sie persönlich erinnere die Wohnung an ein Hotelzimmer der Zukunft. Um die Kälte, die der Beton ausstrahlt, zu durchbrechen, hat sie Pflanzen in die Wohnung gestellt. Bohren ist hier sowieso tabu, weshalb viele Dinge auf dem Boden stehen, und auch keine Lampen an den Decken hängen. Dadurch lassen sich diese aber einfacher verschieben und umstellen.

«Eine Wohnung, die nicht so viel Platz bietet, sollte man sowieso möglichst flexibel einrichten», sagt Gschwend. Die schlanke Einrichtung schaffe zudem ein Gegengewicht zum «schweren» Beton.

Minimalismus ist bei der jungen Generation angesagt. Aber auch die Grundeinrichtung der Wohnung selbst ermutigt dazu: Es hat keine Badewanne, und auch keinen Geschirrspüler. Braucht es auch nicht – denn Ramona Gschwend ist sowieso oft unterwegs. Der Bahnhof liegt schliesslich direkt vor der Haustür.

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