Wer zahlt, wenn’s in der Wohnung kreucht und fleucht?

Motten, Schaben, Mäuse und Ratten: Bei diesen ungebetenen Gästen wird es in der Mietwohnung ungemütlich. Wenn der Kammerjäger kommen muss, wird es schnell teuer. Aber wer trägt die Kosten?

Ach du Graus: Maus im Haus! Ach du Graus: Maus im Haus!

Schaben / Kakerlaken

Da Küchenschaben Krankheiten übertragen können, sind sie gesundheitsgefährdend. Oft werden sie mit Verpackungsmaterial oder Feriengepäck ins Haus eingeschleust. Entlang von Leitungen verbreiten sie sich schnell und können so gleich mehrere Wohnungen befallen. Um sie professionell zu bekämpfen, muss ein Kammerjäger hinzugeholt werden.

Motten

Ärgerlich ist auch, wenn es in der Küche plötzlich von Flattertierchen wimmelt. Diese sogenannten Dörrobstmotten werden durch Lebensmittel eingeschleppt.

Wer bezahlt? Der Mieter muss die Kosten nur dann übernehmen, wenn ihm nachgewiesen werden kann, dass die Schädlinge unter Verletzung seiner mietrechtlichen Sorgfaltspflicht eingeschleppt wurden.

Beispiele:

  • Flöhe wurden durch Haustiere in die Wohnung gebracht
  • In einer auf dem Balkon lagernden Kiste hat sich ein Wespenschwarm eingenistet   

Ratten und Mäuse

Nicht zu spassen ist mit Ratten und Mäusen in der Wohnung. Denn zum einen können durch sie Krankheiten verbreitet werden. Zum anderen nagen sie gerne Kabel an, was im schlimmsten Fall zu Kurzschlüssen und sogar Bränden führt.

Wer bezahlt? Bei einzelnen Tieren kann der Mieter selber dagegen vorgehen (Fallen, Giftköder). Bei mehreren Nagetieren muss der Vermieter den Kammerjäger holen. Gerade wenn sich Ratten ausbreiten, ist vielfach etwas mit der Kanalisation nicht in Ordnung und sie muss repariert / saniert werden. Dies ist klar die Angelegenheit des Vermieters.

Motten

Ärgerlich ist auch, wenn es in der Küche plötzlich von Flattertierchen wimmelt. Diese sogenannten Dörrobstmotten werden durch Lebensmittel eingeschleppt.

Wer bezahlt? Diese Tierchen sind zwar ausgesprochen lästig – für ihre Bekämpfung braucht es aber keine professionelle Hilfe. In solchen Fällen – wenn Schädlinge ohne besondere Fachkenntnisse selber beseitigt werden können – spricht man vom sogenannten «kleinen Unterhalt». Gemäss Art. 259 OR ist dieser Sache des Mieters.

Tipp: Küchenschränke komplett ausräumen, gründlich reinigen, mit Motten befallene Lebensmittel wegwerfen und die anderen auf Larven untersuchen, in dicht schliessende Behältnisse abfüllen

Wann hat Mieter Anspruch auf Mietzinsreduktion?

Wie in anderen Fällen von Mietobjekt-Mängeln hat der Mieter auch bei Schädlingsbefall Anspruch auf eine Mietzinsreduktion – allerdings nur, wenn der Vermieter davon Kenntnis hat. Also am besten sofort - per Einschreiben - reklamieren.

Versäumt es der Vermieter, seiner Pflicht nachzukommen, kann der Mieter durch eine amtliche Hinterlegung des Mietzinses Druck machen.