Von Dortmund nach Flamatt - Mein Umzug in die Schweiz

Ich bin Angelina, 27 Jahre alt, und komme aus Dortmund. Vor zwei Jahren habe ich beschlossen, eine Stelle in der Schweiz anzutreten. Wie ich meinen Umzug geplant und was ich bei der Wohnungssuche Lustiges erlebt habe, erfahrt ihr hier.

Warum ich mich für einen Job in der Schweiz entschieden habe

Wie ich meine Wohnung gefunden habe

Das hat mich bei der Wohnungssuche überrascht

Wie ich mich schnell einlebte

Meine Tipps für andere Expats

Warum ich mich für einen Job in der Schweiz entschieden habe

Bei meiner Jobsuche nach meinem Studium war ich nicht an einen bestimmten Ort gebunden und da ich in Deutschland zu dem Zeitpunkt einfach nicht das richtige gefunden habe, habe ich mich dazu entschlossen, meine Suche auch auf andere Länder auszuweiten. Glücklicherweise habe ich schnell zwei passende Jobs in der Schweiz gefunden und wurde nach den ersten Skype-Gesprächen für Bewerbungsgespräche vor Ort eingeladen. Eines war in Zürich, das andere hier bei Scout24 in Flamatt. Jeweils nach meinen Bewerbungsgesprächen habe ich die Zeit genutzt, um mir Zürich bzw. Bern anzuschauen. Ich war zuvor noch nie in der Schweiz und musste mich deshalb schon zu diesem Zeitpunkt fragen, ob ich mir überhaupt vorstellen kann, hier zu leben und ob der grosse Schritt einer Auswanderung der richtige für mich ist. Da ich diese Fragen am Ende meiner kurzen Reise in die Schweiz mit einem JA beantworten konnte, fiel es mir auch nicht schwer, das Jobangebot von Scout24 anzunehmen! Sobald ich die Zusage für die Stelle hatte, ging ich auf Wohnungssuche.

Wie ich meine Wohnung gefunden habe

Ich hatte lediglich 3 Wochen Zeit vom Tag der Job-Zusage bis zu meinem ersten Arbeitstag. Zuerst war es natürlich wichtig, ein Budget für die Wohnung festzulegen. Da die Steuersätze aber auch die Lebenshaltungskosten anders als in Deutschland sind, war das zunächst schwierig einzuschätzen. Sobald ich einige Kriterien für mein neues Zuhause festgelegt hatte, habe ich auf ImmoScout24 nach passenden Angeboten gesucht. Ich hatte schon ziemliches Glück, denn gleich bei der ersten von fünf Wohnungsbesichtigungen bekam ich eine Zusage. Sicherheitshalber habe ich mir die anderen Wohnungen trotzdem noch angeschaut, denn ich hatte mir ganz verschiedene Objekte in unterschiedlichen Gegenden Berns herausgesucht. Das hat die Entscheidung letztendlich aber leichter gemacht, weil ich mir bei der ersten Wohnung immer sicherer wurde. Die passte einfach perfekt! Der Umzug selbst hat dann knapp zwei Wochen später stattgefunden und da ich glücklicherweise alle Möbel und auch das meiste Inventar von der Vormieterin übernehmen konnte, wurde mir der Umzug aus Deutschland um einiges erleichtert.

Das hat mich bei der Wohnungssuche überrascht

Grundsätzlich läuft die Wohnungssuche ähnlich wie in Deutschland. Auf ImmoScout24 fielen mir in den ersten Inseraten, die ich mir angeschaut habe, allerdings direkt ein paar lustige Unterschiede auf. In der Schweiz werden viele Wörter gebraucht, die wir Deutschen so nicht kennen. Z. B. Reduit für Abstellkammer, Estrich für Dachboden oder Cheminée für Kamin. Das kann bei der Wohnungssuche schon mal für Fragezeichen sorgen.

Beim ersten Kontakt mit potenziellen Vermietern bin ich dann auf einen weiteren Begriff gestossen, den ich noch nie vorher gehört hatte: Betreibungsregisterauszug. Es entspricht etwa dem, was wir in Deutschland als Schufa-Auskunft kennen. Da man die Betreibungsauskunft als ausländische Person, die noch nicht in der Schweiz gewohnt hat, nicht beantragen kann, habe ich einfach meine Schufa-Auskunft in Deutschland besorgt. Damit gab es dann auch beim Vermieter keine Probleme.

Eine weitere Besonderheit ist, dass es in der Schweiz vorkommen kann, dass der potenzielle Vermieter beim ehemaligen Vermieter anrufen und erkundigen möchte, ob man ein „guter Mieter“ war. Auch wenn wir das aus Deutschland nicht gewohnt sind, sollte man hier darauf vorbereitet sein, dass nach den Kontaktdaten des ehemaligen Vermieters gefragt wird. 

Anders als bei einem Umzug innerhalb Deutschlands, muss man sich – spätestens wenn man eine Wohnung gefunden hat und den Umzug plant – auch mit dem Zoll auseinandersetzen. Da die Schweiz nicht in der EU ist, muss man zwangsläufig mit seinem Umzugstransporter an der Grenze halten. Hier empfiehlt es sich, die Zollbestimmungen genauestens zu studieren und alle notwendigen Dokumente an der Grenze griffbereit zu haben. Auch wenn man ein Auto mit in die Schweiz bringen möchte, gibt es hier noch einige Besonderheiten bei der Einführung zu beachten, mit denen man sich frühzeitig beschäftigen sollte.

Wie ich mich schnell einlebte

Zunächst dachte ich, eine Anmeldung beim Uni-Sport wäre der richtige Ort, um neue Leute in meinem Alter kennenzulernen, schliesslich ist es etwas persönlicher als ein Fitnessstudio. Auch wenn ich dort nette Menschen getroffen habe und diese regelmässig dort sehe, mehr als Bekanntschaften haben sich leider nicht ergeben. Dann habe ich übers Internet eine Gruppe gefunden, die sich „Language Exchange“ nennt und deren Treffen einmal wöchentlich in Biel, Bern und Zürich stattfinden. Eigentlich sind diese Treffen primär dazu da, seine Sprachkenntnisse in lockerer Konversation zu verbessern. Sollte man in seinem neuen Job zum Beispiel auch Französisch benötigen, ist dies eine gute Gelegenheit, seine Sprachkenntnisse ungezwungen und kostengünstig aufzubessern. Aber auch um neue Leute kennenzulernen, sind diese Treffen super gewesen, gerade weil die meisten Teilnehmer ebenfalls aus dem Ausland kommen und so dieselben „Eingewöhnungsprobleme“ haben. Mittlerweile haben sich hierdurch sogar schon tolle Freundschaften entwickelt.

Meine Tipps für andere Expats

Ich empfehle, zwischen dem Tag des Umzugs und dem Beginn des neuen Jobs ausreichend Zeit einzuplanen. Als Deutsche/r muss man nach dem Umzug zunächst noch zum Einwohneramt und einen sogenannten Ausländerausweis beantragen. Ohne ihn kann man in der Schweiz nicht arbeiten. Und auch sonst ist er ein essentielles Dokument, das z. B. für die Anmeldung von Telefon und Internet, den Abschluss eines Mobilfunkvertrags oder die Eröffnung eines Bankkontos benötigt wird. Es ist also ratsam, ihn so schnell wie möglich nach der Ankunft in der Schweiz zu beantragen.

Ein weiterer Tipp von mir ist, dass man sich bereits während der Jobbewerbung mit einer möglichen Auswanderung beschäftigt. Sollte man persönlich zu einem Bewerbungsgespräch vor Ort sein, kann ich nur empfehlen, sich auch Zeit für das Erkunden der Umgebung zu nehmen. So habe ich damals ziemlich schnell gemerkt, wo gute Wohngegenden sind, wie gross die Entfernungen z. B. mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sind, ob mir die Stadt an sich gefällt und ob ich mich hier wohlfühlen würde. Diese Eindrücke können dann auch später bei der Wohnungssuche von Deutschland aus dabei helfen, die richtige Wohnung zu finden. Und da eine Auswanderung meist keine temporäre Entscheidung ist, trägt die passende Wohnung einen grossen Teil dazu bei, dass man sich in der Schweiz schnell wie Zuhause fühlt.