Mündlicher Mietvertrag

Für den Abschluss eines Mietvertrages setzt der schweizerische Gesetzgeber keine spezielle Form voraus. Die Vertragsparteien können ihn auch mündlich abschliessen.

Die Formfreiheit für Mietverträge im Schweizer Recht erlaubt Mietern und Vermietern, einen Mietvertrag mündlich oder sogar stillschweigend (durch sogenanntes konkludentes Verhalten) abzuschliessen.

Über Vertragspunkte einig sein

Damit ein Mietverhältnis zustande kommen kann, muss aber eine übereinstimmende Willensäusserung beider Parteien vorliegen (Art. 1 Abs. 1 OR). Beide Seiten müssen sich hierzu über die wesentlichen Vertragspunkte einig sein.

Zu den zentralen Punkten zählen die Mietsache, der Beginn des Mietverhältnisses sowie der Mietzins. Die Willensäusserung geschieht in einem solchen Fall in Worten, wobei die Vertragsparteien bei Vertragsabschluss entweder persönlich anwesend oder telefonisch miteinander verbunden sind.

Vorsicht geboten bei mündlichem Mietvertrag

Ein wesentlicher Nachteil des mündlichen Vertragsabschlusses besteht darin, dass Sie im Fall einer Auseinandersetzung mit Ihrem Vermieter die vereinbarten Konditionen nur schwer beweisen können.

Beweis für vereinbarte Mietbedingungen

Falls Sie einen Mietvertrag mündlich abschliessen möchten, sollten Sie sich stets Beweise über die vereinbarten Mietbedingungen sichern und aufbewahren.

Ziehen Sie beispielsweise einen Zeugen bei, der die getroffenen Abmachungen vor der Schlichtungsbehörde oder dem Gericht bestätigen kann. Allerdings besteht selbst dann die Schwierigkeit, dass der Zeuge sich unter Umständen nach längerer Zeit nicht mehr an die exakten Bedingungen erinnern kann.

Sicherer ist darum die schriftliche Bestätigung der Absprache durch den Vermieter. Damit haben Sie ein konkretes Beweismittel in der Hand.

Vorteil für den Mieter

Falls Sie bei Vertragsabschluss mit Ihrem Vermieter bestimmte Punkte des Mietverhältnisses nicht konkret besprochen haben, finden die Regelungen des Obligationenrechts Anwendung (Art. 253 bis 273c OR). Der Mieter ist in einem solchen Fall beispielsweise nicht verpflichtet, anfallende Nebenkosten selber zu bezahlen (Art. 257a OR).