Mietzinserhöhung trotz Fördergelder?

Der Vermieter darf wertvermehrende Investitionen in der Regel in Form eines höheren Mietzinses auf den Mieter abwälzen. Erhält er für seine ökologischen Umbauten aber Fördergelder, muss er diese von seinen Kosten abziehen. Im Rahmen der Fördergelder darf er die Miete nicht erhöhen. Das Problem: Oft weiss der Mieter nichts von solchen Förderbeiträgen.

Erhält der Vermieter Fördergelder für ökologische Umbauten, muss er diese von den Kosten abziehen. Erhält der Vermieter Fördergelder für ökologische Umbauten, muss er diese von den Kosten abziehen.

Wenn Umbauten oder Renovationen wertvermehrend sind, darf der Vermieter den Mietzins erhöhen. Auch energetische Sanierungen können wertvermehrend sein und damit zu einer Mietzinserhöhung berechtigen.

Eine solche Erhöhung darf prinzipiell erst dann erfolgen, wenn die Arbeiten ausgeführt sind und die notwendigen Belege vorliegen. Der Vermieter muss also seine Kosten beispielsweise für neue Fenster oder neue Geräte nachweisen.

Nicht alles gilt als wertvermehrende Investition

Bei einer umfassenden Überholung, bei der verschiedene Teile wie Küche, Bad, Boden, Fassade, etc. renoviert werden, gelten in der Regel 50 bis 70 Prozent der Kosten als wertvermehrende Investitionen, die dem Mieter verrechnet werden dürfen.

Sämtliche Kosten, die nur der Wiederherstellung oder dem Erhalt des ursprünglichen Zustandes dienen, sind nicht wertvermehrend und berechtigen dementsprechend auch nicht zu einer Mietzinserhöhung.

Fördergelder in Abzug bringen

Der Vermieter darf wie erwähnt nur seine tatsächlichen Kosten auf den Mieter überwälzen. In der Schweiz gibt es für die vielen Möglichkeiten energetischer Sanierungen auch eine grosse Anzahl möglicher Fördergelder.

Bei ökologischen Umbauten darf der Mieter deswegen in der Regel davon ausgehen, dass der Vermieter Fördergelder erhält, die seine eigenen Kosten beträchtlich verringern können. Es ist nicht ausgeschlossen, dass bei der Berechnung der Mietzinserhöhung diese Fördergelder nicht abgezogen werden und die Erhöhung damit zu hoch ausfällt.

Der Mieter muss sich erkundigen

Der Mieter ist deswegen gut beraten, den Vermieter darauf anzusprechen. In der Regel erkennt der Mieter an der Art der Renovation, ob sie ökologisch ist. Ist sie es, ist es auch wahrscheinlich, dass der Vermieter Fördergelder erhält.

Der Mieter sollte das Gespräch suchen und eventuell bei den zuständigen Behörden und Förderstellen nachfragen. Danach kann er kontrollieren, ob die Fördergelder bei der Mietzinserhöhung berücksichtig wurden.