«Die Hypothekarzinsen bleiben auch im 2017 tief»

Im ersten Cash-Talk dieses Jahres spricht Martin Waeber über die Entwicklung der Immobilienpreise in der Schweiz und verrät, wie Wohneigentümer Steuern sparen können.

Martin Waeber im Video-Interview mit cash.ch-Chefredaktor Daniel Hügli.

Prognosen für den Schweizer Immobilienmarkt

Wie der Swiss Real Estate Offer Index zeigt, stiegen die Preise für Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr um 4,2 Prozent an, während das Preiswachstum bei den Einfamilienhäusern deutlich geringer ausfiel. Martin Waeber, Director von ImmoScout24, nimmt an, dass sich dieser Trend auch im neuen Jahr fortsetzen wird, da ein Grossteil der Bevölkerung nach wie vor in den städtischen Regionen leben möchte, wo Wohneigentum vor allem in Form von Stockwerkeigentum vorhanden ist. Sollten jedoch die langfristigen Hypothekarzinsen in den kommenden Monaten markant steigen, was sehr unwahrscheinlich ist, werde sich dies – wenn auch sehr zeitverzögert – auf die Preise im Immobilienmarkt auswirken: «Die Nachfrage nach Wohneigentum ginge zurück, weshalb die Angebotspreise unter Druck kämen», so Waeber. Allerdings geht er davon aus, dass die Hypothekarzinsen auch im 2017 weiter auf einem tiefen Niveau verharren werden.

Bei den im 2016 gesunkenen Angebotsmieten prognostiziert Martin Waeber ebenfalls einen fortschreitenden Verlauf. Grund dafür seien zwei gegenläufige Tendenzen. Einerseits führten die Negativzinsen zwar dazu, dass Investoren weiterhin in Immobilien anlegten. Gleichzeitig sei aber die Zuwanderung zurückgegangen. Dies führe zu einem Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage und resultiere in höheren Wohnungsleerständen, was sich wiederum in sinkenden Angebotsmieten ausdrücke. Waeber geht dementsprechend auch davon aus, dass der Referenzzinssatz Mitte Sommer um weitere 0,25 Prozent von 1,75 auf 1,5 Prozent gesenkt werden wird.

Steuertipps für Wohneigentümer

Jahresanfang – nicht nur Zeit für Prognosen, sondern auch für die Steuererklärung. Als Wohneigentümer muss man zwar den Eigenmietwert als fiktives Einkommen versteuern, kann dafür aber Unterhalts- (werterhaltende Renovationen und Reparaturen) und Betriebskosten (Sachversicherungsprämien wie z. B. Haftpflichtversicherungen) sowie Energiespar- und Umweltschutzmassnahmen von den Steuern abziehen. Im Video-Interview mit cash.ch-Chefredaktor Daniel Hügli erzählt Martin Waeber, worauf bei der Wahl einer Hypothek zu achten ist, damit Haus- und Wohnungsbesitzer bei den Steuern sparen können. Zudem verrät er, ob es in Bezug auf die Steueroptimierung besser ist, die Hypothek zu amortisieren oder sie weiterlaufen zu lassen.

 

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