Altes Haus sanieren oder gleich ein neues bauen?

Das Eigenheim ist in die Jahre gekommen, eine Modernisierung dringend nötig. Was tun? Abreissen und neu bauen? Oder doch lieber sanieren und die Bausubstanz erhalten?

Welche Gründe sprechen für Neubau, welche für Sanierung? Welche Gründe sprechen für Neubau, welche für Sanierung?

Wohnhäuser haben in der Regel eine Lebensdauer von 50 bis 75 Jahren – danach steht eine umfassende Sanierung oder gar der Abriss an. Aber auch jüngere Bauten genügen sowohl energietechnisch als auch architektonisch nicht mehr den heutigen Ansprüchen.

Doch was spricht für eine Sanierung? Und wann empfiehlt es sich, das Gebäude abzureissen und auf demselben Grundstück neu zu bauen?

Gründe für eine Sanierung

  • Die «Seele» erhalten: Der wohl wichtigste Grund für Eigenheimbesitzer, vom Abriss abzusehen, ist die Nostalgie. Schliesslich verbindet man nicht selten gute Erinnerungen mit jenem Haus, in dem etwa man seine Jugend verbracht hat. Mit einem Neubau geht folglich auch die «Seele» eines Hauses verloren.
  • Schrittweise Sanierung: Ein weiteres triftiges Argument für die Sanierung ist, dass der Besitzer den Prozess in Etappen vorantreiben kann. So kann man weiterhin im Eigenheim wohnen oder gegebenenfalls davon absehen, den Mietern zu kündigen.
  • Finanzielle Aspekte: Darüber hinaus ist es oft auch günstiger, ein Haus lediglich zu sanieren und nicht neu zu bauen.

Doch Vorsicht: Alte Gebäude bergen nicht selten Überraschungen, die teuer werden können. Um beurteilen zu können, wie es um ein altes Haus steht, sollte man deshalb unabhängige Fachleute zu Rate ziehen, die das Objekt sowohl wirtschaftlich als auch technisch beurteilen.

Gründe für einen Neubau

  • Zu viele Mängel: Ein Neubau drängt sich vor allem dann auf, wenn bei der Prüfung erhebliche Mängel in der Bausubstanz zum Vorschein kommen. Sind etwa die Trägerbalken marode oder drückt Wasser durch Wände und Böden, ist ein Neubau nicht selten die günstigere Alternative.
  • Statt abändern, günstiger neu bauen: Ausserdem ist die Architektur alter Gebäude oft nicht mehr zeitgemäss: Etwa wenn das Dachgeschoss nur als Abstellkammer nutzbar ist, wenn das Schlafzimmer keine Fenster hat oder wenn die Küche nicht mit dem Esszimmer verbunden ist. Derartige Altlasten kann man dadurch beheben, dass man Wände herausreisst und gegebenenfalls neue hochzieht. Unter finanziellen und besonders auch statischen Gesichtspunkten ist dieses Vorgehen aber nicht immer sinnvoll.
  • Nach den neusten Standards energiesparend bauen: Schlussendlich drängt sich ein Neubau häufig aus energetischen Gründen auf: Benötigt ein Haus eine neue Heizanlage, ist die Isolierung mangelhaft oder sind die Räume viel zu hoch, ist die Totalsanierung oft die teurere Alternative.