Hauskauf: Was sind die Kosten für ein Eigenheim?

Wie viel Ihr neues Zuhause kosten darf, hängt davon ab, wie viel Geld Sie besitzen und verdienen. Wir haben für Sie die wichtigsten Faustregeln für die Eigenheimfinanzierung zusammengetragen.

Wer den Kauf eines Eigenheims in Betracht zieht, muss die eigenen Finanzierungsmöglichkeiten prüfen. Sind die Kosten für ein eigenes Haus wirklich tragbar?

Genügend Eigenmittel bereitstellen

Finanzdienstleister leihen nicht den gesamten Betrag aus, sondern verlangen für den Hauskauf in der Regel 20% Eigenmittel. Dies können neben klassischen Sparguthaben, Wertschriften, Darlehen oder Erbvorbezügen auch Gelder aus der Pensionskasse sowie der 3. Säule sein. Neben den 20% für den Immobilienkauf sollten auch genügend Eigenmittelreserven vorhanden sein, da beim Immobilienerwerb zusätzlich noch Kauf- und Notariatsgebühren anfallen.

Auch besteht das Risiko, dass der Schätzwert eines Objekts aus Sicht des Finanzdienstleisters tiefer ausfällt als der Kaufpreis und er somit nicht 80% finanzieren will.

Tragbarkeit sicherstellen

Auch jährlich wiederkehrende Kosten muss ein Eigenheimbesitzer einkalkulieren.

Eine Faustregel besagt, dass sich die laufenden Kosten auf 6% des Kaufpreises belaufen. Dieser Prozentsatz gilt, wenn 20% des Eigenkapitals im Eigenheim stecken. Die 6%-Regel umfasst den Hypothekarzins, die Unterhaltskosten sowie die Amortisation der Hypothek. Sie basiert auf dem durchschnittlichen Hypothekarzins der letzten Jahre. In der 6%-Regel nicht einkalkuliert ist der Steuereffekt, der je nach Kanton variieren kann.

Die mit der 6%-Regel ermittelten Wohnkosten dürfen gemäss einer weiteren Faustregel nicht höher sein als ein Drittel des Einkommens.

Beispiel

Belaufen sich die monatlichen Wohnkosten von Max Muster auf CHF 3‘300, sollte sein monatliches Einkommen mindestens CHF 9‘900 betragen. Ist Max Musters Einkommen kleiner, ist es möglich, dass der Finanzdienstleister bei der Finanzierung skeptisch ist und Bedenken hat, ob das Wohnobjekt für Max Muster langfristig tragbar ist.

    Kaufpreis: 660'000 = 100%
    Eigenkapital: 132'000 = 20%
    Jährliche Wohnkosten: 39'600 = 6%
    Jährliches Bruttoeinkommen (ohne 13. Monatslohn): 118'800 = 18%

Finanzierung berechnen

Anhand Ihres Eigenkapitals und Ihres jährlichen Bruttoeinkommens können Sie mit dem Hypothekenrechner ermitteln, ob Sie sich Ihr eigenes Zuhause jetzt schon leisten können.

Risiken einkalkulieren

Auch wer vorsichtig rechnet, geht Risiken ein. Verringert sich das Einkommen von Max Muster wegen Jobverlust oder Invalidität, kann er die Wohnkosten unter Umständen nicht mehr tragen und muss das Eigenheim verkaufen.

Dabei ist nicht sicher, ob er sein Haus zu den ursprünglichen Kaufkosten oder mit Gewinn an den Mann oder die Frau bringen kann. Unter Umständen muss ein Haus mit Verlusten veräussert werden. Besonders dann, wenn beispielsweise die Bausubstanz mangelhaft ist, das Haus ungünstig liegt oder der Unterhalt des Hauses vernachlässigt wurde.