Ratgeber: Garten & Freizeit

 
 

Weidengeflecht in der Gartengestaltung
Kaum ein Schattenspender verwächst so gut mit seiner Umgebung wie ein Weidenpavillon. Unter dessen weichem Blätterkleid fühlt man sich geborgen und sicher: Ein Besuch bei Adelheid Briggen in Erlenbach.
25.06.2010 SCG

Jenen, die ihre Seele baumeln lassen wollen, eröffnet sich unter dem Weidenhaus ein wahrhaft lauschiges Plätzchen. In zwei Etappen, jeweils im Frühjahr, hat Adelheid Briggen am Naturpavillon gebaut, der auch heute noch sorgfältige Pflege braucht.

Lauschiger Platz zum Verweilen: Adelheid Briggens Weidenhaus. © Schweizer Garten
Haus am Hang
Schon bei der Planung war eine erste Hürde zu überwinden: Das gesamte Grundstück liegt am Hang, was eine schwierige Vorgabe war, denn Briggen wollte die Fläche nicht terrassieren. «Mein Garten soll auf natürliche Weise mit der Landschaft verschmelzen und nicht von Mauern unterbrochen werden», so lautete ihr Wunsch.

Schliesslich fand sich eine ästhetische wie auch technisch machbare Lösung, die es ermöglichte, das Blätterhaus trotz Schräglage zu errichten. Zuerst wurden der grosse Bogen und die fünf Arme gezogen. Danach erstellte man den Sitzplatz und nutzte den Aushub, um das Plateau eines weiteren Sitzplatzes auszuebnen.

Den entstandenen Hangabbruch stützte die Kreativfrau mit einer Brüstung aus Weiden. Nicht nur die Rundung im Lot sieht gut aus – auch die Wiederholung des Werkstoffs Weide bildet ein attraktives Plus.

Kompost, an den Rand des Gartens verbannt und von Weiden versteckt. © Schweizer Garten
Das Weidenhaus
nimmt Gestalt an

In der zweiten Etappe, ein Jahr später, fügte die Gärtnerin mithilfe eines Freundes zwei innere Bögen hinzu. Das schnell wurzelnde Pflanzgut ist inzwischen stabil angewachsen und bereit für den Schnitt. Auch die übrige Hanglage wusste die Gestalterin zu nutzen. So verbannte sie den Kompost an den oberen Rand des Gartens und flocht wiederum Weiden, um die Rotte zu verbergen.

Das Know-how für den Bau mit Weide hat Adelheid Briggen im Kurszentrum Ballenberg erlangt. Das erste Modul des Lehrgangs sah die Errichtung eines Bogens vor. Dieser steht nun im Hinterhof, flankiert den Sitzplatz zwischen Haus und Werkstatt und wird umgarnt von Edelrosen.

Diese eignen sich zwar nur bedingt fürs Klettern, geben aber ein verträumtes Bild ab. Ein weiterer Sichtschutz aus Weiden schirmt Scheunenwand und Unterstand vor neugierigen Blicken ab.

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