Ratgeber: Garten & Freizeit

 
 

Orchideen - Flügel mit Herz
Ein jeder, der Orchideen pflegt, hat seine eigenen Erfahrungen gesammelt. Zwei echte Orchideenfreunde berichten aus ihrem Alltag mit den tropischen Pflanzen.
01.02.2011 Livia Hofer

Für Rudolf Kaufmann, Mitglied der Orchideenfreunde Zentralschweiz, sind Schmetterlingsblumen (Phalaenopsis) die idealen Orchideen für die Fensterbank.

Die Wohnung des Luzerners besitzt ein grosses, nach Süden gerichtetes Fenster und dank Bodenheizung eine konstante Raumtemperatur von 20 bis 22 °C. Dies schätzen die tropischen Gewächse.

Pflegen statt entsorgen
Er selbst besitzt an die 50 Pflanzen. Die älteste ist 20 Jahre alt und sieht immer noch frisch aus. Denn mit der richtigen Pflege haben diese Pflanzen ein langes Leben – kompostiert habe er jedenfalls noch keine.

Organischer Dünger
Gedüngt werden muss die Schmetterlingsblume zwischen März und Oktober. Empfehlenswert sei biologischer, also organischer Dünger. Als Substrat empfiehlt er eine Mischung aus Pinien- und Douglasienrinde, Sphagnum (reines Moos aus China und Neuseeland) und Perlit: Perlit speichert Feuchtigkeit und Dünger und gibt sie gleichmässig an die Pflanzen ab.

Mit entkalktem Wasser giessen
Der Orchideenliebhaber giesst seine Pflanzen mit weichem, also entkalktem Wasser. Dazu hat er extra einen Filter am Wasserhahn installiert. Ein Tipp sei auch, Kondenswasser vom Wäschetrockner oder Tumbler zu entnehmen – vorausgesetzt, man habe keinen Weichspüler benutzt.

Phalaenopsis Jaunina, eine Züchtung von Bock Bio Science in Bremen.
Profitipp: Wie häufig sollte man giessen?
Rudolf Kaufmann wässert seine Orchideen im Sommer einmal wöchentlich, im Winter alle zehn Tage, und taucht dazu die Töpfe für 5 bis 10 Minuten ins Wasser.

Eigenes Glashaus mit 150 Orchideen
Günter Kapalle aus Weggis besitzt insgesamt rund 150 Orchideen, hauptsächlich Frauenschuhe der Gattungen Paphiopedilum und Phragmipedium. Um sie zu kultivieren und zu pflegen, hat sich Günter Kapalle nach seiner Pensionierung den Traum vom eigenen Gewächshaus verwirklicht.

Teile des Gewächshauses werden Sommer wie Winter mit einer grünen Schattierungsfolie vor der prallen Sonne geschützt. Eine Heizung stellt sicher, dass die Temperatur im Winter nicht unter 22 °C fällt. Im Sommer öffnen sich die Fenster automatisch, damit es nicht heisser wird als 35 °C. Zusätzlich sorgen zwei Ventilatoren für Luftbewegung.

Hier wird nicht gegossen, sondern besprüht
Eine Nebelmaschine mit gesammeltem Regenwasser verbreitet die notwendige Luftfeuchtigkeit. Gegossen wird nicht, dafür besprayt Günter Kapalle seine Orchideen täglich mit einer Sprühpistole. Flüssigdünger wird nur minimal verabreicht.

Düngen mit Kuhmist
Dem handelsüblichen Orchideensubstrat aus Baumrinde, Holzkohle, Torfmoos und Kork mischt Günter Kapalle gepresste Kuhmist-Pellets bei, die sich im Substrat auflösen und Nährstoffe bieten. Im Mai oder Juni werden jene Pflanzen umgetopft, die es nötig haben: Wird ein Topf schwer, bedeutet dies, dass das Substrat verrottet ist.

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