Ratgeber: Garten & Freizeit

 
 

Ideal düngen dank Bodenanalyse
Im Garten wächst das Gemüse nicht so, wie Sie sich das vorgestellt hatten. Da hilft nur noch Düngen. Doch woher weiss ich, was dem Boden wirklich fehlt? Bodenanalysen bringen an den Tag, was die Erde in Ihrem Garten alles enthält.
07.03.2011 Andrea Mantel

Eine optimale Nährstoffversorgung ist das A und O für gute Gartenerträge.
Eine optimale Nährstoffversorgung ist das A und O für gute Gartenerträge.
© Schweizer Garten
Die Ausgangslage ist ein nicht zufriedenstellendes Wachstum der Pflanzen im Garten. Weshalb dies so ist, ist von Auge schwierig zu eruieren. «In gewissen Fällen können Anzeichen des Nährstoffungleichgewichts mit Krankheitsbildern verwechselt werden», sagt Hans Peter Wegmüller, Leiter des Hauert-Labors in Suberg-Grossaffoltern. «Noch schwieriger ist es, physiologische Störungen, verursacht durch ungünstige, teils vorübergehende Standorteinflüsse, von wirklichen Nährstoffmangelerscheinungen zu unterscheiden.»

So können Sie selbst eine Bodenprobe durchführen
Am besten wird eine Bodenprobe im Frühling vor der ersten Düngung oder im Spätherbst genommen. «So kann die Dünger-Dosierung für die kommende Saison gezielt eingestellt werden», erklärt Wegmüller. Das Hauert-Labor empfiehlt, den Garten im Fünfjahresrhythmus auf Nährstoffe hin prüfen zu lassen.

Die Bodenanalyse findet im Labor statt. © Schweizer Garten
Wer ein solches Vorhaben für die kommende Saison in Angriff nehmen möchte, kann sich im Fachhandel eine Nährstoffanalyse für Gartenböden von Hauert kaufen. Geprüft wird die Bodenprobe auf Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K), pH-Wert, Leitfähigkeit (Hinweis auf den «Gesamtsalzgehalt»), Humus- und Kalkgehalt.

Wie’s genau gemacht wird, sehen Sie in der Galerie.

Nach zwei, drei Wochen erhalten Sie die Ergebnisse mit der Beurteilung Ihres Bodens sowie einem konkreten Düngungsvorschlag.

Mögliche Resultate der Bodenanalyse
  • Eine Überversorgung mit Phosphor: In rund 60 Prozent der Privatgärten und in fast allen Gärten, bei denen angegeben wird, dass Mist oder Kompost eingesetzt wird, kommt dies vor. «Bei beiden Naturprodukten ist der Phosphorgehalt im Verhältnis zum Stickstoff relativ hoch. Und da die Dosierung auf den meist kleinen Beeten nicht ganz einfach ist, wird oft zu viel verteilt», sagt Wegmüller. Eine Phosphorüberdüngung kann gewisse Stoffwechselprozesse der Pflanzen hemmen, wenn diese «Luxuskonsum» betreiben.
  • Ein hoher Humusgehalt birgt die Gefahr des Verdichtens. Humus in erhöhten Mengen kann eine Abnahme der Porendurchlässigkeit bewirken und so zu einer Verminderung des Sauerstoffaustausches führen. Das kann sich ungünstig auf die Wurzelentwicklung auswirken. Betroffen sind speziell schwere, also tonreiche Böden.
  • Der Kalkgehalt gibt darüber Auskunft, wie gut der Boden gegen Versauerung (tiefe pH-Werte) gewappnet ist. Zusammen mit dem pH-Wert liefert der Kalkgehalt Hinweise auf die Eignung des Bodens für gewisse Kulturen und ob Massnahmen gegen Versauerung getroffen werden müssen.
Alternativen zu Handelsdüngern
Mist und Kompost können verwendet werden. Dabei muss allerdings auf den Phosphorgehalt geachtet werden. Asche eignet sich dagegen überhaupt nicht. «Asche ist absolut nicht zu empfehlen», sagt Wegmüller. «Dieses Produkt enthält Schwermetalle, ist viel zu alkalisch und deshalb als Dünger nicht brauchbar.» Wer auf die Fruchtfolge achtet, beeinflusst damit den Boden positiv. «Dies ist nachhaltig, zehrt ihn weniger aus und hemmt die Entstehung von Krankheiten», erklärt Wegmüller.

»Schweizer Garten - Das Magazin zum Aufblühen
4.	Mit einer kleineren Gartenschaufel wird ein Erdstück abgestochen und in einen sauberen Plastikkessel gegeben. Dieser Vorgang sollte an verschiedenen Orten wiederholt werden – am besten diagonal auf der zu untersuchenden Fläche. Die Erdproben werden im Kessel gut gemischt.
Mehr zum Thema erfahren Sie in der neusten Ausgabe des Magazins «Schweizer Garten». Erhältlich im Abonnement oder an verschiedenen Kioskverkaufsstellen.

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