Ratgeber: Garten & Freizeit

 
 

Der Bauerngarten auf dem Mistelberg
Das Ehepaar Schweizer pflegt einen schönen Bauerngarten. Auf dem Mistelberg auf 700 m. ü. M. am nördlichen Rand des Emmentals liegt der wohl über 200 Jahre alte Garten inmitten sanfter Hügel, dunkler Wälder und grünen Matten.
02.08.2011 Livia Hofer (Text & Bild)

Wie alt der Bauerngarten ist, weiss selbst Fritz Schweizer nicht. Seine Grosseltern und gewiss weitere Generationen davor bewohnten schon dieses Haus. Unter dem Dachgiebel steht die Inschrift «1777».

Bauerngarten im französischen Stil
2001 wurde der Bauerngarten zum schönsten der Schweiz gekürt.
2001 wurde der Bauerngarten zum schönsten der Schweiz gekürt.
Der klassische Bauerngarten besteht aus vier gleich grossen, quadratischen, mit Buchs umrandeten Beeten und einem Wegkreuz in der Mitte.

Jener von Familie Schweizer auf dem Mistelberg ist nach französischem Vorbild angelegt: auch geometrisch, jedoch bedeutend spielerischer gestaltet.

In der Mitte steht ein Rondell mit einer etwas erhöhten Buchskugel. Dieses Zentrum ist – durch einen Fussweg getrennt – von einem Kreis umgeben, der in vier Blumenbeete unterteilt ist.

Weiter bilden vier Eckbeete mit Kräuter und Gemüse einen Abschluss nach allen Seiten. Dass Bauerngärten zudem eingezäunt sind, lässt sich mit der Nähe zum Wald erklären: Nur allzu «wild» sind Hasen, Rehe und andere Tiere auf das hier wachsende, knackige -Gemüse.

Arbeiten im Bauerngarten
Im Herbst, wenn das Gemüse geerntet ist, wird der Garten geleert. Es bleibt der Buchs, der selbst im verschneiten Winter ein wunderschönes Bild abgibt. Ende Oktober wird die Erde umgestochen
Die Dahlie gehört zu den typischen Bauerngartenblumen.
sowie mit Mist und Holzasche angereichert, Letztere zur Beigabe von Kalium.

In den Blumenbeeten werden dann die Frühlingsblumen gesetzt. Vor dem ersten Schnee legt man Tannenäste über die Stiefmütterchen, Bellis, Vergissmeinnicht und Steinbrech. Nach dem Winterschlaf blühen sie im Frühling umso schöner. «Die Winterastern», so Vreni Schweizer, «versetze ich jedes Jahr in eine andere Parzelle.»

Sind die Frühlingsblumen verblüht, folgt der Sommerflor: In der warmen Jahreszeit werden die geometrischen Beete von typischen Bauerngartenblumen geschmückt: Tagetes, Begonien, Dahlien, Rosen und Goldmelisse, deren Blütenblätter getrocknet und zu Tee verarbeitet werden.

Der Buchs rund um das Beet
Den Buchs schneidet der Hausherr einmal im Jahr, so gegen Ende Mai. Dann herrschen noch milde Temperaturen und die Hecken haben Zeit nachzuwachsen, bevor die grosse Hitze kommt, sonst würden die frisch geschnittenen Triebe an der prallen Sonne verbrennen.

«Ich pflege den Buchs seit 1971, und noch nie ist mir eine Pflanze kaputtgegangen», sagt Fritz Schweizer. Geschnitten wird von Hand – «dann wird’s genauer». Dünger kriegen die Hecken von den Beeten ab, schliesslich sollen sie ja nicht zu viel wachsen. Ein leichtes Gefälle vom Haus zum Garten hin sorgt dafür, dass bei starken Regenfällen das Wasser abfliesst.

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Kommentare (1)

Irene Kauer (07.08.2011 10:26:56)
Einfach traumhaft.

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